NEWS ( Neues aus Lassan)

Donnerstag, 11. Februar 2010
Lassaner Bauausschuss beruft Arbeitsgruppe ein
Idee "Bürgerkraftwerk" jetzt wieder aktuell
Lassan. Vor geraumer Zeit äußerte der Lassaner Abgeordnete Johannes Heimrath die Idee, im Lassaner Winkel ein Bürgerkraftwerk zu etablieren. Sein Vorstoß kam zu Zeiten, als die Gemeinden Lassan und Pulow noch separat regiert wurden. Nun, nach der erfolgten Fusion beider Kommunen, kommt erneut Bewegung in die Angelegenheit. Wie Bürgermeister Fred Gransow mitteilt, wolle der Bauausschuss eine Arbeitsgruppe bilden, die auslotet, ob und wie sich der Lassaner Winkel mit privat finanzierten Anlagen eigenständig mit Elektroenergie versorgen kann.
"Es geht darum Gedanken zu entwickeln, wie sich die Region aus der Abhängigkeit von großen Energiekonzernen und den Energieträgern, wie etwa Gas und Öl, lösen kann", so Heimrath. Vorstellbar sei die Installation einer Vielzahl an Photovoltaikanlagen auf Gebäude dächern. Auch bringt der Klein Jasedower die Errichtung einer Anlage ins Spiel, in welcher in der Region anfallendes organisches Material verstromt wird. Er nennt als Stichwort "hydrothermale Karbonisie-rung " - ein chemisches Verfahren zur Herstellung von Braunkohle, Synthesegas, flüssiger Erdöl-Vorstufen und Humus aus Biomasse unter Freisetzung von Energie.
Ein derartiges Pilotprojekt im Lassaner Winkel würde, neben der wirtschaftlichen Komponente, der Region Aufmerksamkeit verschaffen, meint Heimrath. Aber Bürgermeister Gransow erklärt, dass das Verfahren offenbar noch nicht so ausgereift sei, dass es den Praxistest bestehen könnte. Der Einsatz von Photovoltaikanlagen auf privaten und öffentlichen Gebäuden sei eher umsetzbar. Eine solche Anlage sei auf der früheren Schweinemastanlage in Pulow bereits in Planung. T. S.

Anklamer Zeitung - von INGRID NADLER
Zuwachs für Flusslandschaft Peenetal
40 Millionen Euro investiert das Land für den Aufbau der
"Flusslandschaft Peenetal".
Usedoms Naturpark steuert Festland-Flächen bei.
Anklam. Der Naturpark Insel Usedom gibt 1800 Hektar seiner Fläche an den im Aufbau befindlichen Naturpark "Flusslandschaft Peenetal" ab. Wie der Leiter des Aufbaustabes, Dr. Frank Hennicke, während einer Beiratssitzung im Usedomer Klaus Bahlsen-Haus dazu erklärte, wolle man das Peenetal als einen in sich geschlossenen Naturraum ausweisen. Er freue sich auf eine gute Zusammenarbeit mit der hiesigen Naturparkverwaltung, für die sich durch den " Aderlass " nichts ändere.
Der neue, dann siebente Naturpark in MV, dessen gesetzliche Festsetzung 2011 erwartet wird, er-streckt sich von Dargun mit Teilen des Kummerer Sees bis zum Festlandsanteil des Naturparks Insel Usedom. Er besteht in seiner Kernzone vor allem aus Moor. Was laut Hennicke den Vorteil hat, dass Touristen, die die einzigartige und schützenswerte Natur entdecken wollen, sich nur auf vorgeschriebenen Wegen bewegen können. Die touristische Nutzung der Peene bleibe indes uneingeschränkt, für andere Gewässer sei ein Verbot von motorbetriebenen Fahrzeugen zu erwarten.
Auf die Frage, ob die Flusslandschaft durch den Naturparkstatus ausreichend geschützt werde, verhehlte Frank Hennicke nicht, dass ihm der Status Nationalpark auch lieber gewesen wäre, zumal die Hälfte der Fläche aus Naturschutzgebieten bestehe. Allerdings wäre ein Nationalpark für das Land, das seiner Meinung nach schon verhältnismäßig viel für den Naturschutz tue, wesentlich teurer geworden. So müssten zum Beispiel statt jetzt sechs etwa 50 Leute eingestellt werden.
Auf die Frage, ob durch die Vernässung der Flusslandschaft und deren Folgen für Eigentümer und Nutzer Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen seien, erklärte der Leiter des Aufbaustabes, dass dies alles im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens geregelt worden sei. Wie es hieß, sind im Anklamer Stadtbruch, beginnend mit der Sturmflut 1995, 360 Hektar Wald eingegangen. Hennicke betonte, dass die Aufrechterhaltung einer von Menschenhand künstlich ge-schaffenen Naturlandschaft weder ökonomisch noch ökologisch vertretbar sei. Bis zur Ausweisung als Naturpark würden 40 Millionen Euro in das Peenetal investiert, darin eingeschlossen eine angemessene touristische Infrastruktur.
Biber und Otter auf der Spur
Naturparkmitarbeiter erfassen derzeit im Auftrag des Landesamtes für Forsten und Großschutzgebiete die Verbreitung von Fischottern und Bibern. Dazu wurden auf der Insel drei und auf dem Festland ein Kontrollbereich gebildet.
Bis Wochenbeginn seien 33 Otter- und zwei Biberspuren gesichtet worden, erklärte Naturparkchef Ulf Wigger.
Die Biberspuren habe man an der Ziese und am Usedomer See entdeckt.
Der Südteil der Insel stehe jedoch noch weitgehend aus.